Insgesamt betrachtet hat sich die Leitstellenwelt in Deutschland in den letzten Jahren dramatisch und einschneidend verändert. Existierten im Jahre 2000 noch etwa 400 Leitstellen im Bundesgebiet, so finden wir dort heute nur noch etwa 290 Einrichtungen. Aber nicht nur die Anzahl der Leitstellen für Brandschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz hat sich spürbar verringert, auch die Typenvielfalt wurde deutlich reduziert. Heute haben sich das Modell der „Integrierten Regionalleitstelle“, die sowohl den Brandschutz, den Rettungsdienst als auch den Katastrophenschutz unter einem Dach zusammenfasst und das der „Kooperativen Regionalleitstelle“, zu den vorstehend genannten Diensten gesellt sich, bei getrennter Aufgabenwahrnehmung noch die Polizei, etablieren können und stellen sicher auch zukunftssichere Lösungen dar.

Auch 15 Leitstellen in Schleswig-Holstein wurden als „nicht bedarfsnotwendig“ angesehen, die Leitstellenreiche waren meist kleinräumig, die Leitstellen überwiegend mit einem Disponenten besetzt. Eine durchaus mit dem gesamten Bundesgeiet vergleichbare Situation.

Die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie die Stadt Flensburg fanden sich sehr frühzeitig zu Gesprächen über eine mögliche Zusammenlegung der drei vorhandenen Leitstellen in Schleswig, Husum und Flensburg zusammen. Gemeinsam mit der Polizei, die ebenfalls vor einer einschneidenden Reform Ihrer Leitstellen stand, wurde der Gedanke zu einem richtungsweisenden Projekt geboren. Bei getrennter Aufgabenwahrnehmung, basierend auf einer identischen Technikplattform und in einem Gebäude untergebracht, entstand die Idee zu einer „Kooperativen Regionalleitstelle Nord“, ein bis zu diesem Zeitpunkt bundesweit einmaliges Projekt.

Um dem ganzen Projekt einen tragfähigen Rahmen zu geben und jeder Gebietskörperschaft ein Mitspracherecht an der Gestaltung und dem Betrieb der Leitstelle zu gewährleisten, wurde als Rechtsform eine Verbandslösung gewählt. Der Leitstellenzweckverband Nord wird geleitet durch den Verbandsvorsteher. Diese Funktion nimmt aktuell der Landrat des Kreises Nordfriesland wahr. Alle vier Jahr wechselt die Aufgabenwahrnehmung zwischen den politischen Spitzen der angeschlossenen Gebietskörperschaften. Die täglichen Geschäfte des Zweckverbandes werden durch den Geschäftsführer, in Personalunion ist dies der Leiter der Leitstelle, wahrgenommen. Das Zusammenwirken zwischen Verbandsvorsteher und Geschäftsführer / Leiter der Leitstelle wurde im Rahmen einer Geschäftsordnung beschrieben. Die Stellvertretung des Geschäftsführers obliegt dem stellv. Leiter der Leitstelle Nord.

Mit Gründung des Verbandes existierten noch eine Fachverwaltung und eine Querschnittsverwaltung, beide wurden aber im Rahmen einer neuen Verwaltungsvereinbarung mit der Stadt Flensburg zusammengefasst. Somit ergibt sich eine sehr schlanke und damit wirtschaftlich zu betreibende Betriebsform der Regionalleitstelle Nord. Die Bearbeitung täglicher Vorgänge erfolgt auf der Basis der oben beschriebenen Verwaltungsvereinbarung durch die Querschnittsämter der Stadt Flensburg und durch eine Verwaltungsfachkraft der Berufsfeuerwehr Flensburg, für die der Leitstellenzweckverband Stellenanteile trägt.

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